Kulturleitbild Oberösterreich
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Kurzprotokoll der Diskussion Kulturleitbild Oberösterreich am 7. Mai 2007, Autonomes Frauenzentrum Linz

  • Angesprochen wird der Titel "Kulturleitbild". Eine Diskussionsteilnehmerin betont, für sie wäre der Titel "kulturpolitisches Leitbild" passender, da es in ihren Augen unmöglich ist, der Kultur insgesamt ein Leitbild zu geben.

  • Die Anwesenden betonen, dass das Projekt Kulturleitbild immer offen und stets im Wandel bleiben muss. Kunst und Kultur entwickeln sich ständig weiter; insofern kann auch ein kulturpolitisches Leitbild nie ein abgeschlossener Prozess sein, sondern muss stets offen für neue Entwicklungen/Adaptierungen bleiben.

  • Diskutiert wird auch die Frage der Verbindlichkeit des Leitbildes. Im Zuge der Wortmeldungen kommt eine Berichtspflicht zur Sprache, die im Leitbild selbst oder im Zuge einer möglichen anschließenden Novellierung des Kulturförderungsgesetzes verankert werden sollte. Durch regelmäßige, verpflichtend zu erstellende "Kulturberichte" mit einem starken Fokus auf frauenspezifische Themenbereiche, soll eine laufende Überprüfung der im Leitbild festgeschriebenen Ziele ermöglicht werden. Vor allem soll die Evaluierung der im Leitbild festzuschreibenden frauenpolitischen Forderungen gesichert werden. Angesprochen wird zudem die Einführung eines eigenen Frauenförderberichtes im Kulturbereich.

  • Kritisiert wird der derzeitige Aufbau des Leitbildes aus Gendersicht: zwar ist im Kapitel 2 die "Gleichstellung der Geschlechter, die auch im Kulturbereich umzusetzen ist" als Leitlinie der oö. Kulturpolitik festgeschrieben. Dann wird aber erst wieder unter Punkt 6.10 auf Gleichstellungs- und Gendermaßnahmen eingegangen. Kritisiert wird, dass dadurch Frauen- und Genderthemen in die Ecke der Randgruppen gestellt und "ghettoisiert" werden. Da es sich bei Maßnahmen zur Gleichstellung aber um eine Querschnittsmaterie handelt, sollen sie in allen Bereichen des Leitbilds gleichermaßen berücksichtigt werden. Dasselbe gilt auch für den Fragebogen. Auch hier vermissen die Anwesenden eine gleichwertige Behandlung von Frauen- und Genderthemen in allen Bereichen und kritisieren die "Ghettoisierung" in einem Punkt.

  • Konkret angesprochen werden noch die Notwendigkeit von GenderBudgeting im Kulturbereich; die konsequente gleichberechtigte Beteiligung von Frauen bei der Vergabe von Auszeichnungen, Jurys, Stipendien und Preisen, sowie die Frage der Altersgrenzen bei Preisen, Auszeichnungen - hier sollen die unterschiedlichen Lebensentwürfe und Lebensrealitäten von Frauen und Männern verstärkt berücksichtigt werden.
Zusammenfassung: Elisabeth Mayr-Kern
 
 
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