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Kulturleitbild Oberösterreich | TERMINE
Kurzprotokoll der Diskussion zum Kulturleitbild OÖ. vom 7. Mai
2007, Gemeinde Sierning
- Die Schließung des Kulturzentrums
Wahlmühle (Ortsteil Sierninghofen) ist für das kulturelle
Leben in Sierning ein Rückschlag. Laut Gemeinde fehlte u.a. die
Akzeptanz der ortsansässigen Bevölkerung, wenngleich der
überregionale Besuch zufriedenstellend war. Außerdem war
nach Aussage von Beteiligten ein professionelles Management für
die Nachnutzung nicht vorhanden. Die Wahlmühle war 1998 Teil der
Landesausstellung "Land der Hämmer". Es wäre daher wichtig
und im Kulturleitbild zu verankern, dass bei Landesausstellungen
längerfristige Nachnutzungskonzepte (20 bis 25 Jahre) vorgelegt
und vertraglich vereinbart werden müssen.
- Akzeptanz von Kunst- und Kulturangeboten für
Kinder und Jugendliche ist im Ort groß (z.B. im Rahmen von
Ferienprojekten). Solche Projekte sollten vom Land stärker
gefördert werden. Künstlerische und generell musische
Fächer werden jedoch leider im Lehrplan der Schulen zusehends
gekürzt.
- Für Galeristen im ländlichen Raum ist es
wichtig, Netzwerke mit anderen Galeristen zu knüpfen. Im Bereich
Vermittlung und Präsentation von zeitgenössischen
Künstlern könnten so große Fortschritte gemacht werden.
- Das Miteinander müsste im Kulturbereich mehr
zählen als regionaler Chauvinismus, vor allem im Hinblick auf die
Integration von MigrantInnen im kulturellen und sozialen Bereich. Die
Integration von MigrantInnen wäre über Bildung und Kultur
möglich. Die Frage ist: Wer macht das? Und wer bezahlt das?
Anfangen müsste man u.a. bei den Lebensverhältnissen, d.h. im
tagtäglichen Umgang zwischen der ortsansässigen
Bevölkerung und den Zugewanderten. Letztlich weiß aber
keiner, wie Integration wirklich funktioniert. Unbestreitbar ist es
aber ein wichtiges Thema auch für den Kulturbereich. Entsprechende
Maßnahmen und Projekte sollten daher auch auf regionaler Ebene
verstärkt gefördert werden.
- Die Weiterentwicklung bestehender
Kulturinstitutionen und -initiativen ist wichtig.
- Kulturelle Initiativen und künstlerische
Begabungen gehören gebündelt und vernetzt, damit sie wirken
können. Unternehmerisches Denken ist auch bei Künstlerinnen
und Künstlern gefragt.
- Im Rahmen des Kulturleitbildprozesses wäre es
eine lohnende Aufgabe, eine Recherche zu machen, was es an kulturellen
und künstlerischen Initiativen und Angeboten (inkl. Erstellung
einer Künstlerdatenbank) im Land gibt.
- Die Landesmusikschulen sollten sich zu Kunstschulen
weiterentwickeln, mit Angeboten auch im Kunst- und Theaterbereich.
- Das Landestheater Linz sollte nicht nur in Linz
spielen, sondern auch auf Tournee durch Oberösterreich gehen (z.B.
Stadttheater Steyr, Stadttheater Wels etc.).
- Die Förderung von regionalen Kulturzentren
außerhalb der Landeshauptstadt Linz und außerhalb der
Statutarstädte ist ganz wichtig. Stichwort Zukunftsraum
Wahlmühle: Hier wurde leider eine Chance verspielt.
- Die Förderung der traditioneller
Kulturangebote ist eine ganz andere Sache als die Förderung der
Kunst. Hier bedarf es unterschiedlicher Instrumentarien.
- Die Definition von Begriffen wie Volksmusik, Kunst
etc. sollte im Kulturleitbild vorgenommen werden.
- Auch die Gemeinden sind verantwortlich für das
Schaffen von kultureller Infrastruktur. Die Frage ist: Wo kann Kultur
und Kunst vor Ort in den Regionen stattfinden?
- Das Vereinsleben im Kulturbereich in Sierning
funktioniert gut. Es gibt nicht nur genügend Nachwuchs für
die Kulturvereine, sondern auch aufsehenerregende Aktionen (z.B.
Sierninger Erntedankfest als größtes Erntedankfest
Oberösterreichs).
- Die Sierninger Bücherei ist ebenfalls ein
wichtiger Faktor der Kulturlebens der Gemeinde. Außerdem ist sie
die größte ehrenamtlich geführte Bücherei
Oberösterreichs. An Infrastruktur fehlen nach der Schließung
der Wahlmühle allerdings ein Raum für die Darstellung der
Geschichte Siernings und ein Raum für die zeitgenössische
Kunst.
- Kultur ist Kommunikation: Vernetzung ist daher
erfolgversprechender für Kulturschaffende als das
Einzelkämpfertum. Die Arge Kunstfläche in Sierning lebt
dieses vernetzte Denken und Handeln.
- Auch überparteiliches Denken ist in der
Kulturarbeit ganz wichtig.
- Die Gemeinden sollten sich auch zur Förderung
von kulturellen Aktivitäten mehr bekennen. Zu überlegen
wäre eine stärkere Verpflichtung der Gemeinden zur
Kulturförderung auch über eine gesetzliche Regelung
vorzusehen.
Zusammenfassung: Julius Stieber
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