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Kulturleitbild Oberösterreich | TERMINE
Protokoll der Podiumsdiskussion der Austrian Czech Cultural Cooperation
(ACCC) zum Thema "Grenzüberschreitende Dimension des
Kulturleitbildes OÖ", 30. August 2007, Haus am Ring - Bad Leonfelden
Die Diskussion widmete sich nicht nur dem Kulturleitbild
Oberösterreich allgemein, sondern rückte vor allem die
grenzüberschreitenden Aspekte des Kulturleitbildes in den
Mittelpunkt. Bei der Diskussion wurde auch Wert darauf gelegt, dass
sich das Publikum, das sich zum Großteil aus wichtigen Akteuren
der oberösterreichischen und südböhmischen Kulturszene
zusammensetzte, soweit als möglich auch einbringen konnte.
Peter Klimitsch eröffnete die Veranstaltung mit einleitenden
Begrüßungsworten, und übergab sodann das Wort an
Andreas Eckerstorfer, Geschäftsführer der Tourismusregion
SternGartl, der sich dafür aussprach, den Nachwuchs im
Kulturbereich verstärkt zu fördern und Initiativen der Region
SternGartl über die Region hinaus bekannter zu machen.
Anschließend wurde Dr. Julius Stieber gebeten der Diskussion ein
kurzes Impulsreferat voranzustellen. Bevor er daran ging, die sechs
Kapitel des Kulturleitbildes vorzustellen, informierte er das Publikum,
dass bei der Erstellung des derzeitigen Entwurfes des Kulturleitbildes
versucht wurde, möglichst auf alle Aspekte des kulturellen Lebens
einzugehen. Auch die Meinung der Bevölkerung sollte so weit als
möglich miteinbezogen werden. Aus diesem Grund betonte er die
Wichtigkeit von Diskussionen zu diesem Thema, da diese neue Ideen
hervorbringen, die man sodann im Kulturleitbild integrieren könne.
Bei der Weiterentwicklung des derzeitigen Entwurfes sei man um maximale
Transparenz bemüht, weshalb auch eine eigens für das
Kulturleitbild erstellte Webpage (www.kulturleitbild.at) immer die
aktuellsten Informationen festhalte, und außerdem den
BürgerInnen des Landes Oberösterreich durch ein eigenes Forum
die Möglichkeit biete, ihre Meinung zum Thema kund zu tun.
Den ersten Diskussionsbeitrag lieferte Frau Hrabáková,
Kulturreferentin der Region Südböhmen, die gleich zu Beginn
anmerkte, dass sie die Zusammenarbeit mit Oberösterreich
schätze, und dass durch diese Zusammenarbeit bereits viele
Projekte und Ideen entstanden seien. "Das Kulturleitbild soll
Organisationen viel Raum für eine Zusammenarbeit mit
Organisationen anderer Länder ermöglichen. Die Zusammenarbeit
zwischen Oberösterreich und Südböhmen muss konkreter
werden. Bisher fehlt jedoch ein exakt festgelegter Rahmen, sowie Regeln
und auch konkrete Ziele für eine solche grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit." Für das Jahr 2009, in dem Linz Europäische
Kulturhauptstadt ist wünsche sie sich ausreichend Gelegenheiten
auch Organisationen von Südböhmen vorzustellen, die sich
sodann an Diskussionen über weitere kulturelle Kooperation
zwischen Österreich und Tschechien beteiligen können sollten.
Auch Stieber meinte, dass es wichtig sei, die Zusammenarbeit in der
Praxis lebendiger zu gestalten und zu intensivieren. Jedoch hänge
leider die konkrete Umsetzung auch immer eng mit der
"Temelin-Geschichte" zusammen.
Dies bestätigte auch Herr Cerný, Vertreter des
tschechischen Rundfunks. "Dass Öffentlichkeitsbild von
Österreich hat sich in der Tschechischen Republik, sowohl
bei Politikern als auch bei den BürgerInnen zunehmend ins Negative
verwandelt. Dadurch rückt auch das Bild von einer gemeinsamen und
zusammengehörigen Region immer mehr in den Hintergrund." Er
hält es für wichtig, das Potenzial europäischer
Integration zu nutzen. Als Tschechien der EU beitrat, seien sehr
viele grenzüberschreitende Projekte entwickelt worden,
derzeit passiere leider nicht viel. "Die EU-Integration findet jedoch
auf der Ebene des einfachen Volkes statt. Die Menschen müssen sich
zusammengehörig fühlen". Die Strukturen müssten so
verändert werden, dass eine Zusammenarbeit nicht nur möglich,
sondern auch schmackhaft gemacht wird.
Auch Sylvia Amman, Gründerin und Geschäftsführerin von
ACCC, ist der Meinung, dass Beziehungen zwischen Österreichern und
Tschechen auf Basis persönlicher Bekanntschaften
verstärkt werden müssen. Ein anderer wichtiger Schwerpunkt
der Diskussion war die finanzielle Förderung von Projekten. Laut
Stieber wolle man versuchen, möglichst viele Ideen und Projekte,
die an das Land Oberösterreich herangetragen werden, auch
umzusetzen. "Die Vorschläge von ACCC sind zwar sinnvoll,
allerdings kann ich nicht beurteilen, inwiefern man sie in der
Endfassung des Kulturleitbildes integrieren kann". Amann, die sich
für eine Erhöhung von Projektförderungen einsetzte,
meinte, dass man im kulturellen Bereich auch mit nur geringer
Steigerung der Fördermittel sehr viel mehr erreichen könne.
Sie veranschaulichte das an einem Beispiel, in dem sie vorschlug, die
Plätze für Auslandsstipendiaten zu verdoppeln und auch
gegenseitigen Austausch zu fördern. Verstärkt solle man auch
kleinere Projekte fördern. Zwar gäbe es
Euregio-Förderungen, diese seien aber für kleine Projekte von
jungen und unerfahreneren Künstlern bzw. für
Kunstkooperationsprojekte nicht geeignet.
Frau Sadravetz von der Euregio ergänzte, dass kleine Projekte
schon förderfähig wären, aber dass dabei einzelne
Künstler und Projekte durch den Rost fallen, sei leider
Realität. Auch das mangelnde Medieninteresse für die
Nachbarregionen wurde allgemein kritisiert. Medienberichterstattung
sollte viel kontinuierlicher stattfinden um den gemeinsamen Kulturraum
sichtbarer und erfahrbarer zu machen. Um diesen auch bildlich zu
verdeutlichen, präsentierte Amann eine Landkarte, in der die
Regionen Oberösterreich und Südböhmen ohne trennende
Staatsgrenze miteinander verbunden waren.
Auch Herr Harringer, Gründungsmitglied der Kulturgruppe "Die
Fabrikanten", verwendete in seinem Diskussionsbeitrag eine ganze Reihe
sprachlicher Bilder. Er kritisierte, dass das Kulturleitbild mit zuviel
Text ausformuliert sei, und zu wenig mit Bildern beschrieben werde.
Gerade Bilder seien jedoch für grenzüberschreitende
Zusammenarbeit wertvoll, da besonders durch sie Probleme besser
veranschaulicht werden können.
Diesem Vorschlag entgegnete Stieber, dass Bilder viel
Interpretationsspielraum ließen und darum für das
Kulturleitbild, in dem klare Ziele formuliert sein müssen, nicht
geeignet seien. Harringers Befürchtung, dass im Kulturleitbild zu
wenig Raum für "Wildwucherndes" gegeben sei, entkräftete er,
indem er sagte, dass das Kulturleitbild missverstanden werde, wenn man
glaubt, dass das kulturelle Leben dadurch eingeschränkt werde.
"Nichts soll verhindert werden, nur weil es nicht explizit im
Kulturleitbild erwähnt wird".
Harringer zeigte sich etwas kritisch darüber, ob die Ideen und
Zielsetzungen des Kulturleitbildes, die ja doch sehr ehrgeizig seien,
am Ende auch wirklich umgesetzt würden.
Positive Kritik gab es von Herrn Kohout vom Bundesdenkmalamt in Linz,
bezüglich des Bekenntnisses für grenzüberschreitendes
Kulturerbe. An Stieber richtete er die Frage, weshalb im Leitbild
kulturelle Großveranstaltungen (wie z.B. das Jahr, in dem Linz
europäische Kulturhauptstadt wird) erwähnt seien, die doch
längerfristig nichts mehr mit dem Kulturleitbild zu tun haben
würden. Stieber entgegnete dem, dass die Aktionen rund um das Jahr
2009 bewusst integriert wurden, da sich die Bevölkerung
darüber Informationen erwarte. In der Endfassung würden diese
Elemente nicht mehr berücksichtigt. Allerdings meinte er auch,
dass die Ernennung von Linz zur Kulturhauptstadt 2009 als
"Entwicklungsprojekt" erachtet werden sollte, dessen Wirkungen
über das Jahr 2009 hinausgehen würden.
Zusammenfassung: ACCC - Austrian Czech Cultural Cooperation
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